Zeit als neuer Wohlstand

Ziele und Forschungsfragen

Im Rahmen der Debatte um die grosse Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist in letzter Zeit die Reduktion der Erwerbsarbeitszeit zur Förderung suffizienter Lebensstile in den Fokus des Interesses gerückt. Makrolevel Studien in verschiedenen Ländern zeigen, dass tiefere Erwerbsarbeitszeiten mit geringerem Umweltimpact einher gehen. Empirische Studien, welche die Zusammenhänge zwischen der Höhe der Erwerbsarbeit, Konsummustern und damit dem Umweltimpact einer Person, sowie ihrer Zufriedenheit untersuchen, sind bisher jedoch rar.
Mit dem vorliegenden Projekt möchten wir hier ansetzen und erforschen, welchen Beitrag eine Reduktion der Erwerbsarbeitszeit im Schweizer Kontext zur Reduktion des konsumbedingten Umweltimpacts, bei gleich bleibender oder erhöhter Zufriedenheit der betreffenden Personen, leisten kann.

Das Arbeitspaket 1 hat im Rahmen qualitativer Interviews mit Arbeitnehmenden zum Ziel, subjektiv erlebte Veränderungen in der zeitlichen Alltagsgestaltung und den Konsumaktivitäten aufgrund einer selbstbestimmten Reduktion des zeitlichen Pensums der Erwerbsarbeitszeit zu rekonstruieren.

In Arbeitspaket 2 möchten wir, mittels einer standardisierten Längsschnittbefragung von Personen, welche ihr Erwerbsarbeitpensum reduzieren, Effekte der Veränderung des Erwerbsarbeitspensums auf den Pro-­Kopf-­Verbrauch natürlicher Ressourcen quantifizieren. Auch sollen Veränderungen in der subjektiven Zufriedenheit, sowie in der subjektiven Relevanz materieller und immaterieller Werte erhoben werden.

In Arbeitspaket 3 sollen auf einer durch uns moderierten Online-­Diskussionsplattform die Projektergebnisse mit ausgewählten VertreterInnen von Arbeitnehmenden, Verantwortlichen im betrieblichen Arbeitsumfeld, gesellschaftlichen InteressensvertreterInnen, Verantwortliche der nationale politisch-­administrativen Ebene diskutiert werden.